A + W Jugendwerkstatt Sögel sorgt für persönliche Stabilisierung und neue berufliche Perspektiven

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Mach´ aus dir was in dir steckt! 

Nicht allen Schülerinnen und Schülern gelingt es gleichermaßen, im Anschluss an die Pflichtschulzeit eine Ausbildung zu beginnen oder eine weiterführende Schule zu besuchen. Besonders schwierig ist der direkte Übergang von der Schule in das Erwerbsleben für Jugendliche, die individuell beeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind.

Für diese Zielgruppen hat das Land Niedersachsen das Förderprogramm „Jugendwerkstätten“ aufgelegt. Es handelt sich um Angebote der Jugendhilfe (§ 13 SGB VIII), die darauf abzielen, junge Menschen sozial zu integrieren, persönlich zu stabilisieren und in die Lage zu versetzen, an weiterführenden Bildungsmaßnahmen, teilzunehmen oder eine Ausbildung oder Beschäftigung anzunehmen. Jugendwerkstätten arbeiten an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Arbeitsmarktförderung.

In Jugendwerkstätten werden arbeitslose junge Menschen durch betriebsnahe Qualifizierung an eine Ausbildung oder Beschäftigung herangeführt. Dabei werden auch Bildungsinhalte und Schlüsselqualifikationen, die für den 1. Arbeitsmarkt benötigt werden, vermittelt. Die Jugendwerkstätten verfolgen einen individuellen, ganzheitlichen Förderansatz, der die gesamte Lebenssituation einbezieht. So auch bei Natalie.                                                                               

Natalie T., 22 Jahre alt, hat ihre Kindheit und Jugendzeit in verschiedenen Heimen und in 5 Schulen in NRW verbracht. Diese schwierige Zeit ist geprägt durch familiäre Schicksalsschläge. Natalie hatte immer wieder mit depressiven Phasen zu kämpfen.  

Der häufige Heimwechsel und die damit verbundenen unterschiedlichen Schulen verhinderten, dass Natalie den Schulabschluss erlangte. Nach dem Ende der Schulpflicht wurde sie in der Jugendwerkstatt in Gevelsberg aufgenommen. Dort lernte sie das handwerkliche Arbeiten kennen und hatte erste Erfolgserlebnisse im Bereich Holz. Die Mitarbeiter in der Jugendwerkstatt erkannten das praktische und theoretische Potential der jungen Frau. Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit konnte sie in einer weiterführenden Maßnahme den Hauptschulabschluss erfolgreich nachholen.

Mit 18 Jahren sucht Natalie sich eine eigene Wohnung und zieht ins Emsland, wo auch ein Onkel mit Familie wohnt. Hier nimmt sie ihre gute berufliche Entwicklung wieder auf und meldet sich im Jobcenter zu einem Beratungstermin.

Die gute Zusammenarbeit zwischen dem Jobcenter des Landkreises Emsland und dem A+W Bildungszentrum führt zu einem Vorstellungsgespräch in der Jugendwerkstatt. Hier erhält Natalie eine Führung durch die verschiedenen Berufsfelder mit ihren Werkstätten und entscheidet sich erneut für den Fachbereich Holz. Sie ist voller Tatendrang und will allen beweisen, wie motiviert und leistungsstark sie ist. In der Anfangsphase gelingt ihr das auch sehr gut: Natalie ist zuverlässig und pünktlich anwesend. Sie ist eine beliebte Kollegin im Team der Tischlerei. Sie hat Erfolgserlebnisse bei der Arbeit und zeigt ihr handwerkliches Geschick.

Die guten Beziehungen im Team der Jugendwerkstatt und die wohlwollende Förderung durch Tischlermeister und Förderlehrer sorgen für Anerkennung, Erfolgserlebnisse und psychische Stabilität. Wichtig ist für sie die überschaubare Arbeitsgruppe, wo sie sich gut aufgehoben fühlt.

Die Ausbilder in der Jugendwerkstatt kennen die regionalen Betriebe durch eine jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese zeigt sich z. B. in der Vermittlung von jungen Leuten in betriebliche Erprobungsphasen. Auch Natalie absolviert verschiedene Praktika in einer Tischlerei und in einer Möbelfirma. Es wird darauf geachtet, dass die im Bewerbungstraining angesprochenen Betriebe zu der Persönlichkeit der jungen Frau passen. Die Stärken und Schwächen der Teilnehmerin werden im persönlichen Gespräch ehrlich benannt, um Misserfolge zu vermeiden. Natalie ist auch in den Firmen zuverlässig präsent und arbeitet fleißig mit.

Aufgrund ihrer psychischen Probleme ist sie den betrieblichen Belastungen in den Firmen aber nicht gewachsen. Dies zeigt sich durch unterschiedliche schmerzhafte körperliche Probleme, die ihr bei der Arbeit stark zu schaffen machen. Sie braucht die beschützende Jugendwerkstatt, um wieder geerdet und stabilisiert zu arbeiten.

In Kooperation mit dem Jobcenter und der Reha-Beratung der Arbeitsagentur erfolgt eine psychologische Testung (PSU), die Aufschluss gibt über eine mögliche Förderung der Erstausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung. Wiederholte Beratungsgespräche auf Basis der Beurteilungen der Werkstattleiter und auf der Grundlage der betrieblichen Praktikumsbeurteilungen führen schließlich zum Erfolg. Natalie T. erhält eine schriftliche Bewilligung und damit die Möglichkeit der Erstausbildung als Tischlerin in der A+W Ausbildungswerkstatt.

Natalie ist jetzt eine ehrgeizige junge Frau, die ein Ziel vor Augen hat: Eine Erstausbildung sichert ihr einen längerfristigen Arbeitsplatz und eine feste Zugehörigkeit im Kreis der Kollegen. 

Jeder Mensch ist wertvoll und einzigartig

Das A+W Bildungszentrum, Sozialwerk der KAB/CAJ e.V., engagiert sich seit 1984 in den Geschäftsstellen Sögel, Papenburg und Meppen für eine passgenaue Qualifizierung und dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt.

A + W ist ein fast 50köpfiges Team aus erfahrenen Pädagogen, Ausbildern und Vermittlern, die ihre Teilnehmer unterstützen, ihre eigenen Talente und Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln – beruflich und persönlich. Darum lautet das  A+W Motto: Mach´ aus dir was in dir steckt! Immer davon ausgehend, dass jeder Mensch etwas mitbringt. Die Tatsache, dass jemand einem etwas zutraut und ihn unterstützt, seine Potentiale zu entwickeln macht Mut. Gerade in Zeiten niedriger Arbeitslosenquoten ist es wichtig, benachteiligte Zielgruppen am Arbeitsmarkt im Blick zu behalten, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um neue Perspektiven und Wahlmöglichkeiten für ihr Leben zu eröffnen. Dabei wird eine qualifizierte Erstausbildung auch für benachteiligte junge Menschen mehr und mehr zum Hauptanliegen. A+W verfügt als zertifizierter Bildungsträger über ein breitgefächertes  Angebot von Bildungs- und Aktivierungsmaßnahmen im Gutscheinverfahren und sorgt z.B. mit einem Bewerbungsmanagement, einem Erprobungscenter, vielfältigen Umschulungen und die Möglichkeit, den beruflichen Abschluss nachzuholen für attraktive Möglichkeiten in der Weiterbildung. Dieses Angebot gilt parallel zu den Maßnahmen in der Erstausbildung, in den Jugendwerkstätten, im Einzelcoaching oder in der Berufsvorbereitung. Die Auftraggeber sind die Agentur für Arbeit, der Landkreis Emsland und das Land Niedersachsen. Durch enge Kooperationen und gute Netzwerkarbeit wird das Maßnahmeangebot immer passgenau gestaltet. So soll gewährleistet werden, dass jeder Teilnehmer das Qualifizierungsangebot bei A+W findet, das ihm weiterhilft.

Bildungschancen sind Lebenschancen. Von Anfang an geht es um bessere Chancen am Arbeitsmarkt und eine gute berufliche Zukunft.